Samstag, 8. August 2015

Jedes Kind kann schlafen lernen?!


Das wohl am meisten gefürchtetste und zugleich auch verhasste Buch vieler Eltern, insbesondere Mütter.
Jetzt muss ich meine persönliche Meinung dazu auch endlich mal los werden.
Ich lese im Netz immer wieder Anti-Schlaflern-Posts und Beiträge von völlig verängstigten und geschockten Muttis. 
Ich glaube die meisten Mütter haben ihr Wissen über dieses Buch nur von Erzählungen anderer Mütter, und anderer Mütter usw. Es wird von Mutter, zu Mutter, zu Mutter weiter erzählt wie schrecklich die Maßnahmen in diesem Buch doch sind, aber selbst, und da bin ich mir zu 95% sicher, haben sie es nie gelesen.
Worum es in dem Buch wirklich geht wird natürlich nicht mal annähernd erwähnt.
Wie der Titel schon sagt: Jedes Kind kann schlafen lernen. 
Es geht in dem Buch nicht darum das Kind abends in Bett zu legen und es dann den halben Abend schreien zu lassen, (wie von den meisten Muttis empfunden und auch so weiter getragen) sondern darum, dass das Kind lernt abends allein einzuschlafen. Ohne das Mama es stundenlang auf dem Arm schaukelt, oder es bis zum Umfallen noch aufzulassen, oder das Kind auf dem Arm einschlafen zu lassen, damit man es dann schlafend ins Bett tragen kann. 
Mag ja alles toll klappen, aber wenn das Kind nachts dann mal aufwacht, weiss es nicht wohin mit sich, weil Mamas schaukelnder Arm fehlt, oder es plötzlich nicht mehr auf dem Sofa liegt wo es zuvor eingeschlafen war.
Man legt also das Kind zu einer "Kindgerechten" Uhrzeit ins Bett, ein schönes Gutenachtritual dazu ist natürlich immer schön, und sollte auch nicht fehlen.
Man sagt dem Kind liebevoll aber nicht zu lange Gute Nacht und verlässt das Zimmer beim ersten Versuch - für genau 3 Minuten. Gar nicht lange oder? 
Sicher ist das Kind jetzt erstmal durcheinander und weint, aber es ist ein Lernprozess. Nach den 3 Minuten geht man wieder ins Zimmer, beruhigt das Kind, (OHNE ES AUF DEN ARM ZU NEHMEN) und geht wieder raus, diesmal für 5 Minuten. Auch gar nicht so lange oder? Diese Zeitabstände werden immer weiter geführt. Hier mal ein kleiner Ausschnitt:
Es klingt hart und erfordert wirklich eine immense Kraft und Geduld, aber es schadet weder dem Kind noch den Eltern. Jedes Mal wenn Mama/Papa wieder ins Zimmer kommen, sieht es ja das die Eltern noch immer anwesend sind. Das Kind wurde also nicht verlassen, wie es neulich mal wieder in einen von diesen albernen Briefposts von Baby an Mama stand.
Wir haben es bei unseren Söhnen auch durchgezogen. Nach 3 Tagen konnten sie allein ohne Schaukeln, Wippen, oder ähnliches einschlafen. 
Unser großer ist inzwischen fast 5 Jahre jung. Er schläft seit seinem 8. Lebensmonat in seinem eigenen Zimmer, durch und auch allein ein. Unser kleiner ist 17 Monate jung und schläft in seinem eigenen Zimmer, im eigenen Bett, auch er schläft durch. Und wenn er nachts mal aufwacht, schläft er auch von ganz allein wieder ein. Und warum? Weil er es gelernt hat.
Bei unserem kleinen konnten wir zwar erst später mit dem Schlafenlernen anfangen, da er nach der Geburt ein paar Startschwierigkeiten hatte, er hatte eine Ernährungsstörung, die sich recht lange hinzog. 
Inzwischen ist er aber kerngesund und wir haben vor ein paar Monaten das Einschlafen mit ihm geübt, da schlief er sogar noch bei uns im Schlafzimmer (auch da in seinem Bett) Und jetzt seit etwa 2 Wochen schäft er sogar in seinem Zimmer ganz allein ein, weil er es einfach gelernt hat.

Und wir als Eltern können wirklich sagen: Es geht uns allen wesentlich besser. Wir bekommen Nachts mehr Schlaf, auch unser kleinster, der sonst jedes Mal wenn wir auch zu Bett wollten, wach geworden ist. Oder auch Nachts wenn wir uns mal umgedreht haben, oder wie auch immer. Er hat uns einfach gehört. Da kann mir einer sagen was er will. 
Wir merken wirklich das alles etwas entspannter geworden ist. Das Kind schläft besser und vor allem ruhiger, die Eltern schlafen besser und der große Bruder ebenso. Denn auch er wurde Nachts oft von seinem kleinen Bruder geweckt, weil der das ganze Haus zusammen geschrien hat.

Es ist also weder Kindeswohlgefährdung noch Vernachlässigung wenn man seinem Kind hilft vernünftig und zu anständigen Uhrzeiten einzuschlafen. Kinder brauchen einen festen und geregelten Schlafrythmus und dieses Buch hilft Eltern dabei ihren Kindern das Einschlafen und Durchschlafen beizubringen.

Das war, bzw. ist jetzt meine Meinung dazu. In den Augen vieler (Über)-Muttis bin ich jetzt wahrscheinlich, die Rabenmutter schlechthin. 
Aber was soll ich sagen. Shit happens! 
Meine Kinder schlafen, sie schlafen gut, sie schlafen durch und sie schlafen Nachts (meistens) allein wieder ein, wenn sie nicht gerade krank oder fiebrig sind.
Trotzdem hoffe das ich wenigstens ein paar Vorurteile über dieses "schlimme" Buch aus dem Weg räumen konnte.
Habt eine gute Nacht und viel Erfolg beim Schlafen lernen.

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