Mittwoch, 17. März 2010

~Einkaufsmarathon~

Kennt Ihr das? Ihr fahrt zum Supermarkt, holt Euch einen Einkaufswagen, geht in den Laden und marschiert los. Streng nach Einkaufszettel landet alles, was man für die Familie so braucht, im Einkaufswagen.
Doch dann passiert das Unfassbare. Ich gehe los, um irgendeine kleine Sache zu holen, zum Beispiel ein Glas Marmelade, und lasse den Wagen stehen. Als ich zurück komme, ist er weg. Das heißt, so ganz sicher bin ich mir gar nicht, dass er weg ist. Meistens habe ich nur vergessen, wo ich ihn habe stehen lassen. War es bei den Kartoffeln? Oder in der Nähe der Eier? Tief in Gedanken versuche ich zu rekonstruieren, was ich als letztes in den Wagen gelegt habe. War es das Toastbrot? Oder die Milch? Und warum ist mir genau an dieser Stelle die Marmelade eingefallen, obwohl ich gerade beim Gemüses war?

Mit leerem Blick irre ich durch die Gänge, versuche dabei den Eindruck zu erwecken, ich hätte alles im Griff. Weit gefehlt. Mein Alzheimer hat mich im Griff. Wie sieht denn das aus, wenn eine Frau Ende 20 mit suchendem Blick und einem Glas Marmelade in der Hand durch die Gänge eines Supermarktes irrt? Ich höre im Stillen schon die Lautsprecherdurchsage: »Gesucht wird die achtundzwanzigjährige Kerstin G. Sie trägt Jeans und T-Shirt und ist mit einem Glas Marmeldae unterwegs. Vermutlich führt sie keinen Einkaufswagen mit sich. Bitte sprechen Sie sie nicht an, sondern setzen sich mit einem unserer Mitarbeiter in Verbindung.«

Das Wiederauffinden des Wagens wird natürlich dadurch erschwert, dass sich noch andere Einkaufswagenkasper zeitgleich mit mir im Supermarkt aufhalten. So geschah es neulich, dass ich meinen Wagen an einer Stelle wieder fand, an der ich (zumindest an diesem Tag) noch gar nicht gewesen war. Ein mir völlig unbekannter junger Mann stellte gerade ein Sechserpack Bier  hinein.
Ein anderes Mal entdeckte ich, als ich bereits in der Kassenschlange stand, in meinem Wagen diverse Antipasti sowie eine Packung Reiskekse, die ich vorher noch nie gesehen geschweige denn in den Wagen gelegt hatte. Ich hielt beides hoch und rief »Wem gehören diese Sachen?« Die Dame, die vor mir stand, entriss mir die Packungen und warf mir vor, dass ich den Wagen mehrere Minuten unbeaufsichtigt im Gang hatte stehen lassen. Sie habe dann in der Annahme, es handele sich um ihren Wagen ("Meiner sah genauso aus!") einige Waren heraus genommen, die sie nicht brauche, zum Beispiel mein Rama Cremefine, und dafür ihre Reiskekse hineingelegt. Später muss sie wohl ihren eigenen Wagen wieder übernommen haben. Nachdem ich hartnäckig auf mein Recht bestand verriet sie mir, wo sie mein Rama Cremefine hingelegt hatte (zwischen den Reiskeksen, natürlich) und nahm ihre Sachen wieder an sich.

Seitdem gehe ich nur noch mit Tarnkappe einkaufen, falls einer der Leute, die damals hinter mir in der Schlange standen, nochmals gleichzeitig mit mir im Laden sein sollte.

Außerdem sieht mich dann keiner, wenn ich wieder mit einem Glas Marmelade in der Hand systematisch alle Gänge absuche...

Kommentare:

  1. Ich muß zugeben, daß ich auch schonmal einen fremden Einkaufswagen weitergeschoben habe *lach*

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  2. So extrem ist mir das noch nie passiert, aber dass ich Sachen in einen fremden Einkaufswagen lege und mit dem dann weiterfahre, das passiert mir immer wieder.
    Liebe Grüße von Margot

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Vielen Danke für die lieben Kommentare auf meinem Blog!